Agilität nur ein Trend? – Wie es durch agiles Arbeiten gelingt, den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen

Agile Transformation
(c)istock_baona

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Agile Transformation, Corporate Agility, Agiles Projektmanagement, Agiles Manifest – das Angebot an Schlagworten scheint schier unendlich. Wieder ein neuer Management Trend, könnte man meinen. Ein Trend, der allerdings schon seit vielen Jahren anhält und sich immer weiter durchsetzt.   Aus dem Lean Management kommend, sind die Grundlagen des agilen Arbeitens genau genommen schon seit mehreren Jahrzehnten fester Bestandteil vieler Unternehmen. Und auch aus ihrem ursprünglichen Einsatzgebiet – der Softwareentwicklung – bricht die Agilität immer weiter aus und bietet Vorteile für fast alle Bereiche einer Organisation.  Doch warum wird der Trend „Agilität“ immer häufiger zur Erfolgsstory?  Weil er, sofern intelligent umgesetzt, die Lösung für die derzeit größten Herausforderungen der Unternehmen bietet. 

Agilität als Antwort auf aktuelle  Herausforderungen 

Das heutige Marktumfeld vieler Unternehmen ist geprägt durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Dieser, so genannte VUKA-Kontext verlangt Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität, einen starken Kundenfokusschnelle Entscheidungswege und zunehmende Innovationsfähigkeit ab. Kompetenzen, die etablierte Unternehmen, wie beispielsweise Banken, wenig bis gar nicht vorweisen können. 

Hinzu kommen industriespezifische Herausforderungen, die den Handlungsdruck weiter erhöhen und den Unternehmen zunehmend die Luft zum Atmen nehmen.  

Beispielsweise den Banken machen neue Richtlinien wie PSD2 endgültig ihre starke Wettbewerbsposition streitig, die durch anhaltende Niedrigzinsen und den verstärkten Wettbewerb durch FinTechs und BigTechs ohnehin schon geschwächt war. 

Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen daher neu erfinden. Bestehende Geschäftsmodelle müssen neu gedacht, erweitert oder angepasst werden. Um wieder auf das Beispiel der Banken zurückzukommen, führt in deren Fall beispielsweise kein Weg am Aufbau eines digitalen Ökosystems und der Entwicklung hin zu einer datengesteuerten Organisation vorbei.  

Geschäftliche Neuausrichtungen dieser Art sind nur durch eine grundlegende Veränderung der Unternehmenskultur und der Zusammenarbeit realisierbar.  

Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen Veränderungen grundlegend sein

Die Agile Transformation des Unternehmens führt zum einen  weitreichende Veränderungen auf strategischer, personeller, prozessualer und technischer Ebene herbei – Veränderungen, die schon seit langer Zeit notwendig waren – und ermöglicht zum anderen die erfolgreiche Umsetzung zeitgemäßer Geschäftsmodelle sowie die Nutzung moderner Hilfsmittel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. 

Möglichkeiten der agilen Zusammenarbeit, im Gegensatz zu klassischen Arbeitsweisen:

Quelle: TME Research

Nur eine schrittweise Transformation wird erfolgreich sein 

Trotz der vielen Vorteile der agilen Transformation sollte man sie nicht leichtfertig angehen. Die Grundsätzlichkeit der Veränderungen birgt das Risiko die Organisation zu überfordern.  

Eine radikale Umstellung von „Heute: klassisch, zu Morgen: agil, wird daher nicht funktionieren. Wer es ernst meint mit der Agilität, der transformiert sich schrittweise und berücksichtigt dabei die individuelle Ausgangslage und die Veränderungsgeschwindigkeit
des Unternehmens.
 

Um eben diese nachhaltige Transformation zu gewährleisten, eignet sich die Definition von Qualitätsmerkmalen für jede Transformationsphase vor Transformationsbeginn. Sind die Qualitätsmerkmale der ersten Entwicklungsphase erreicht, ist die Organisation bereit für den nächsten Schritt, das heißt den Übergang in Entwicklungsphase zwei und die damit verbundene Ausweitung der Agilität. 

Erfahrungsgemäß eignet sich die Umsetzung der Transformation in drei Schritten. Im ersten Schritt gilt es, die Organisation zu befähigen, agil zu arbeiten und erste Berührungspunkte mit der Thematik zu gewinnen (Agilität erkunden). Der nächste Schritt ist das tatsächliche Ausprobieren der „neuen Welt“ und die damit zwangsläufig verbundene Überwindung auftretender Hindernisse (Agil arbeiten). Der dritte und letzte Schritt stellt den Zielzustand dar, das heißt, überall dort agil zu arbeiten, wo es Sinn macht („Agil sein). Um den nachhaltigen Erfolg der Transformation sicherzustellen, ist es essenziell, dass die kontinuierliche Verbesserung ein fester Bestandteil des Zielzustandes ist.  

Agile Transformation TME Vorgehensweise

Ausgehend vom strategisch verankerten Management Commitment, sollten Organisationen ihre Mitarbeitenden in das Zentrum der Transformation stellen. Ohne die Mitarbeitenden wird weder die Transformation noch das nachhaltige Bestehen des Unternehmens im Wettbewerb gelingen. Geeignete Prozesse und Systeme sind unterstützend notwendig, aber wenn es nicht gelingt die Menschen mitzunehmen, reichen auch diese nicht aus, um die Veränderung herbeizuführen.  

Quelle: TME AG

Autorin

Lena ist Expertin für Agile Transformation. Gemeinsam mit dem Team HR Transformation entwickelt sie Lösungen rund um die Themen Agile Transformation und Change Management.

Marco Leist

Marco ist Experte für Führungskräfteentwicklung und HR Transformation. Er beschäftigt sich intensiv mit den Herausforderungen der Personalarbeit im Zuge der Digitalisierung und im Wandel.