Agilität nur ein Trend? – Von wegen!

TME Blog - Agilität nur ein Trend?
(c)isrock/SolStock

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Wie es durch agiles Arbeiten gelingt, den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen

Sportartikelhersteller Adidas, Energieriese EnBW, Autokonzern Daimler oder die holländische Bank ING – die Liste der Erfolgsbeispiele ist lang. Und nicht nur das: die Etablierung Agiler Zusammenarbeit im Unternehmensalltag macht vor keiner Branche Halt.

Aus dem Lean Management kommend, sind die Grundlagen des agilen Arbeitens genau genommen schon seit mehreren Jahrzehnten fester Bestandteil vieler Unternehmen. Und auch aus ihrem ursprünglichen Einsatzgebiet – der Softwareentwicklung – bricht die Agilität immer weiter aus und bietet Vorteile für fast alle Bereiche einer Organisation.

Doch warum wird der Trend „Agilität“ immer häufiger zur Erfolgsstory? Weil er, sofern intelligent umgesetzt, die Lösung für die derzeit größten Herausforderungen der Unternehmen bietet.

Agilität als Antwort auf aktuelle Herausforderungen

Das heutige Marktumfeld vieler Unternehmen ist geprägt durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Dieser so genannte VUKA-Kontext verlangt Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität, einen starken Kundenfokus, schnelle Entscheidungswege und zunehmende Innovationsfähigkeit ab. Kompetenzen, die etablierte Unternehmen, wie beispielsweise Banken, wenig, bis gar nicht vorweisen können.

Hinzu kommen industriespezifische Herausforderungen, die den Handlungsdruck weiter erhöhen und den Unternehmen zunehmend die Luft zum Atmen nehmen. 

Neue Richtlinien wie PSD2 machen beispielsweise Banken endgültig ihre starke Wettbewerbsposition streitig. Diese war, durch anhaltende Niedrigzinsen, rein produktorientierte Geschäftsmodelle und den verstärkten Wettbewerb durch FinTechs und BigTechs, ohnehin schon geschwächt.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen daher neu erfinden. Bestehende Geschäftsmodelle müssen neu gedacht, erweitert oder angepasst werden.

Um wieder auf das Beispiel der Banken zurückzukommen, führt in deren Fall kein Weg am Aufbau einer digitalen Plattform und der Entwicklung hin zu einer datengesteuerten Organisation vorbei.  Geschäftliche Neuausrichtungen dieser Art sind nur durch eine grundlegende Veränderung der Unternehmenskultur und der Zusammenarbeit realisierbar.

Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen Veränderungen grundlegend sein

Die Agile Transformation bietet eine passende Möglichkeit eine solche Veränderung nachhaltig und zielführend zu erreichen. Denn die Agile Transformation schließt Veränderungen auf strategischer, personeller, prozessualer und technischer Ebene ein. Damit ermöglicht sie die erfolgreiche Umsetzung zeitgemäßer Geschäftsmodelle.

Vorteile der agilen Zusammenarbeit, im Gegensatz zu klassischen Arbeitsweisen:

Quelle: TME Research

Auch, wenn viele Unternehmen und vor allem Banken noch sehr weit entfernt von einer agilen Organisation sind, ist positiv zu vermerken, dass zumindest Kreditinstitute eine Offenheit gegenüber Agilität signalisieren. So nutzen Banken und Sparkassen zunehmend das agile Spotify-Modell, um ihre Organisation agil umzustrukturieren. Hierbei ist nicht nur die Rede von der Direktbank ING, die das Ziel verfolgt „die erste agile Bank“ zu werden, sondern auch traditionelle Banken wie die Commerzbank implementieren erste Ansätze des agilen Erfolgsmodells. Weitere werden folgen.

Nur eine schrittweise Transformation wird erfolgreich sein

Trotz der vielen Vorteile der agilen Transformation sollte man sie nicht leichtfertig angehen. Die Grundsätzlichkeit der Veränderungen birgt das Risiko, die Organisation zu überfordern. 

Eine radikale Umstellung von „Heute: klassisch“, zu „Morgen: agil“, wird daher nicht funktionieren. Wer es ernst meint mit der Agilität, der transformiert sich schrittweise und berücksichtigt dabei die individuelle Ausgangslage und die Veränderungsgeschwindigkeit des Unternehmens.

Um eben diese nachhaltige Transformation zu gewährleisten, eignet sich die Definition von Qualitätskriterien für jede Transformationsphase vor Transformationsbeginn. Sind die Qualitätskriterien der ersten Entwicklungsphase erreicht, ist die Organisation bereit für den nächsten Schritt, das heißt den Übergang in Entwicklungsphase zwei und die damit verbundene Ausweitung der Agilität.

Erfahrungsgemäß eignet sich die Umsetzung der Transformation in drei Schritten. Im ersten Schritt gilt es, die Organisation zu befähigen, agil zu arbeiten und erste Berührungspunkte mit der Thematik zu gewinnen („Agilität erkunden“). Der nächste Schritt ist das tatsächliche Ausprobieren der „neuen Welt“ und die damit zwangsläufig verbundene Überwindung auftretender Hindernisse („Agil arbeiten“). Der dritte und letzte Schritt stellt den Zielzustand dar, das heißt, überall dort agil zu arbeiten, wo es Sinn macht („Agil bleiben“). Um den nachhaltigen Erfolg der Transformation sicherzustellen, ist es essenziell, dass die kontinuierliche Verbesserung ein fester Bestandteil des Zielzustandes ist. 

Agile Transformation TME Vorgehensweise:

Quelle: TME Research

Ausgehend vom strategisch verankerten Management Commitment, sollten Organisationen ihre Mitarbeitenden in das Zentrum der Transformation stellen. Ohne die Mitarbeitenden wird weder die Transformation noch das nachhaltige Bestehen des Unternehmens im Wettbewerb gelingen. Geeignete Prozesse und Systeme sind unterstützend notwendig, aber wenn es nicht gelingt, die Menschen mitzunehmen, reichen auch diese nicht aus, um die Veränderung herbeizuführen. 

Denn Agilität ist mehr als ein Trend: Es ist die Antwort auf die Herausforderungen der Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft. Zahlreiche Branchenriesen wie Adidas, Daimler & die ING haben dies bereits erkannt, und betrachten das Agile Arbeiten als den Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft: Wir auch.

Autoren

Lena Engelhardt Agile Transformation Expertin TME Einstiegsmöglichkeiten

Lena Engelhardt

Lena ist Expertin für Agile Transformation. Gemeinsam mit dem Team People Transformation entwickelt sie Lösungen rund um die Themen Agile Transformation und Change Management.

RAIK BORKOWSKI​

Raik ist Experte für Open Banking und Agile Transformation. Gemeinsam mit dem Team Digital Transformation berät er digitale Lösungen rund um die Themen Agile Zusammenarbeit und Digitale Plattformen.