Corona-Krise: Wie ein Virus unsere Gesellschaft und Wirtschaft in die Knie zwingt

TME Blog - Corona-Krise_schwierige Zeiten für die Wirtschaft
(c)istock_Poike

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Das Corona-Virus stellt Wirtschaft und Gesellschaft vor noch nie dagewesene und vor allem unvorhersehbare Herausforderungen. Jeden Tag gilt es abzuwarten, welche Sicherheitsmaßnahmen durch Politik und Wissenschaft vorgegeben werden und wie sich unser soziales und berufliches Leben für die nächsten Tage und Wochen verändert.

Unternehmen stehen im Rahmen dieser Krise vor allem vor finanziellen und personellen Herausforderungen. Ausbleibende Kundschaft, fallende Börsenkurse und Mitarbeiterausfälle führen zu erheblichen Umsatzverschiebungen bzw. -einbußen. Gleichzeitig zwingt Corona viele Unternehmen dazu, Führungskräfte und Mitarbeitende ins Home Office zu schicken. Eine Entscheidung, die ein erzwungenes Experiment darstellt, denn „Home Office erprobt“ sind nur die Wenigsten.

Obwohl seit Jahren darüber geschrieben und gesprochen wird, dass die technische Ausstattung vieler Unternehmen aufgerüstet werden muss, erweist sich die IT-Infrastruktur heute oftmals als unzureichend. Wichtige Investitionen in die Digitalisierung der virtuellen Arbeit haben noch nicht stattgefunden. Damit der Betrieb im Home Office dennoch am Laufen bleibt, gilt es daher schnellstmöglich die technischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehören Software und Hardware, d. h. Laptops mit Zugriff auf die unternehmensinternen Datenhaushalte sowie Tools, die Video-Calls und die digitale Kollaboration ermöglichen.

Doch nicht nur die fehlende technische Infrastruktur stellt die Unternehmen vor Herausforderungen, sondern auch die fehlenden Skills der Führungskräfte und Mitarbeitenden, mit dieser Situation umzugehen. Aus diesem Grund müssen diese begleitet und befähigt werden, neue Tools zu nutzen und damit die ungewohnte virtuelle Zusammenarbeit mindestens genau so effizient zu gestalten wie die Zusammenarbeit im Büro.

Virtuelle Führung

Die Kooperation auf Distanz stellt gerade Führungskräfte vor eine besondere Herausforderung, denn virtuelle Führung ist keineswegs gleichzusetzen mit dem gewohnten „analogen“ Führungsverhalten. Virtuelle Führung bedeutet vor allem Führung durch Vertrauen und Ziele, ohne die Ausübung von Kontrolle. Die neue Situation und der gefühlte Kontrollverlust, verunsichern Führungskräfte. Diese stehen vor der schwierigen Aufgabe die eigenen Mitarbeitenden auf Distanz zu motivieren, gemeinsam mit ihnen geeignete Rahmenbedingungen für die virtuelle Zusammenarbeit zu definieren und gleichzeitig mit der eigenen Unsicherheit klarzukommen.

Virtuelle Zusammenarbeit

Aber auch für Mitarbeitende ist die aktuelle Krise eine große Herausforderung, die mit viel Unsicherheit und Umstellung verbunden ist. Kooperation und Austausch mit Teamkolleginnen und  -kollegen sowie das Aufrechterhalten der eigenen Motivation wird im Home Office zu einer Mammutaufgabe. Es ist daher notwendiger denn je die eigenen Aufgaben gezielt zu strukturieren und auf gemeinsame Teamziele hinzuarbeiten. So kann beispielsweise die Team-Kanban-Methode helfen, einen Überblick über eigene Aufgaben sowie Aktivitäten der Teamkolleginnen und -kollegen zu erhalten. Aber auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Zeit- und Selbstmanagement wird im Home Office zum Erfolgsfaktor, da die natürliche Strukturierung des Arbeitsalltags auf den Kopf gestellt wird.

Neben den bereits genannten Herausforderungen macht sich bei vielen Menschen im Home Office langsam aber sicher ein Gefühl der Einsamkeit und Isolation breit. Der gewohnte Kaffee um 10:00 Uhr an der Kaffeetheke oder das gemeinsame Mittagessen mit Kolleginnen und Kollegen entfällt im Home Office vollständig. Auch für informelle Themen gilt es also, neue digitale Methoden zum digitalen Austausch und zum Ausgleich zur Arbeit zu finden. Wie wäre es zum Beispiel, mit einem digitalen Lunch? Mit einem digitalen Sportprogramm? Oder aber mit einem morgendlichen Stand-up-Meeting, um sich über anstehende Aufgaben und Herausforderungen auszutauschen?

Derartige Angebote bieten Mitarbeitenden nicht nur einen Ausgleich, sondern fördern gleichzeitig auch das Gemeinschaftsgefühl und den Team Spirit.

Schnelles und proaktives Handeln ist gefragt

Eins ist klar: Die aktuelle Situation ist für uns alle mit Unsicherheit verbunden. Für Unternehmen ist es daher unabdingbar, schnell und proaktiv Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig eröffnen sich durch die Herausforderungen der aktuellen Corona-Krise aber auch Chancen und Möglichkeiten.

Diese Chancen und Möglichkeiten müssen die virtuelle Zusammenarbeit und virtuelle Führung zu gelebter Praxis werden lassen, um somit auch mehr Flexibilität und Freiheit und letzten Endes Zufriedenheit im Arbeitsalltag zu erlangen.

AUTOREN

Marco Leist-Director TME

Marco Leist

Marco ist Experte für Führungskräfteentwicklung und HR Transformation. Er beschäftigt sich intensiv mit den Herausforderungen der Personalarbeit im Zuge der Digitalisierung und im Wandel.

Victoria Wöller