Data First und Tech of the Future – Top-Themen der hub.berlin 2019

Hub Conference 2019

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Die Hub Conference zeigt sich als Plattform, die Digitalisierung in verschiedenen Branchen und Verticals beleuchtet. Außerdem dient sie als Ort des Austausches über bankenfremde Themen, wie zum Beispiel E-Commerce, City 4.0, E-Autos, Drohnen und viele weitere. Durch die Zusammenlegung mit dem „Big.AI Summit“ lag der Schwerpunkt insbesondere auf Künstlicher Intelligenz und datengetriebenen Geschäftsmodellen.

Zielgerichtete Kundenansprach durch Datenauswertung

Die neuesten Trends bei digitalen Geschäftsmodellen liegen in den Bereichen der Datenauswertung und -verwendung und den damit verbundenen Veränderungen. Die Daten und deren Auswertung stehen dabei im Mittelpunkt, um Endkunden zielgerichtet und fokussiert Angebote und Services zur Verfügung zu stellen. Das Auslesen und Auswerten der Daten erfordert eine sichere, zertifizierte Umgebung / Plattform, damit der datenschutz-konforme Umgang mit den sensiblen Daten stets gewährleistet wird.

Erstkontakte gezielt durch Chatbots nutzergerecht kanalisieren

Neben den Geschäftsmodellen verändern sich auch die Kundenbeziehungen der Banken. Zukünftig werden Kundenbeziehungen mehr und mehr durch einen Erstkontakt mit „Maschinen“ aufgebaut. Durch den Einsatz von Chatbots, die meist regelbasiert oder mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, wird der Erstkontakt nutzergerecht kanalisiert. Dies kann eine reine online, Smartphone-basierte Betreuung sein oder die Überleitung, bei komplexen Sachverhalten zu einem persönlichen Ansprechpartner bzw. Experten, wenn der Kunde dies möchte. (Wie Chatbots im Banking eingesetzt werden, erfahren Sie hier).

Anstieg der Kooperationen zwischen Banken und FinTechs ungebrochen

Die Einführung von Technologien wie Open Banking, API-basierten Geschäftsmodellen und der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz, insbesondere bei repetitiven Aktivitäten konkretisiert sich zunehmend. Nicht mehr das technisch Mögliche, sondern echte Use Cases mit echtem Mehrwert für Kunde und Bank stehen im Fokus. Nachdem vor einigen Jahren FinTechs im allgemeinen als starker Wettbewerb oder Bedrohung wahrgenommen wurden, sieht die TME einen kontinuierlichen Trend zur Zusammenarbeit. Kooperationen mit FinTechs werden sowohl im Produktangebot für Endkunden (Robo Advisor, Crowd-Funding, Personal Finance Manger, Kreditplattformen etc.) als auch in der Marktfolge / Governance verstärkt genutzt. Der Anstieg an Kooperationen ist ungebrochen.

Ernst zu nehmen ist jedoch das rasante Wachstum von sog. Challenger Banks wie beispielsweise N26 oder Revolut, denen es gelungen ist, mehrere Millionen Kunden (N26 >2 Mio., Revolut >3 Mio.) in nur 2-3 Jahren zu gewinnen. Dies zeigt deutlich, dass insbesondere bei Smartphone-basierten Angeboten tradierte Banken Nachholbedarf haben. Dies kann insbesondere durch Kooperationen im Rahmen von offenen Plattformen / Ökosystemen gelingen. (Weitere Informationen zu Ökosystemen im Banking finden Sie hier).

Innovation bedeutet Schnelligkeit!

Banken und FinTechs, die Innovation vorantreiben möchten, gelingt dies oftmals bereits in kleinen Schritten, durch ein Minimum Viable Product (MVP). Sie müssen das MVP als marktfähiges Produkt an den Point of Sale (POS)bringen, egal ob online oder analog.

Neue Trends bei digitalen Geschäftsmodellen fordern neue Kompetenzen

Innovationen und neue Technologien fordern neue Kompetenzen in der Financial-Service-Industrie. Hierzu zählen insbesondere Daten-Architekten und Data-Sciencist, UX-Designer, Digitalexperten und Agile Change Manager, die im Zusammenspiel mit den klassischen Fach- und IT-Experten die zukünftigen Geschäftsmodelle weiterentwickeln.

Neue Trends setzen eine digitale Infrastruktur voraus

Neben der Euphorie über Innovationen und Technologien für digitale Geschäftsmodelle wurde jedoch auch deutlich, dass eine digitale Infrastruktur nur Sinn macht, wenn auch alle einen Zugang dazu haben. Gerade mit Blick auf Europa zeigt sich, dass der digitale Sektor unterrepräsentiert ist. Hier sind Amerika und Asien klare Vorreiter. Grundlagen sind in Europa unumstritten vorhanden. Es benötigt jedoch auch entsprechende Rahmenbedingungen / Richtlinien, die ein schnelles Wachstum für Digitalthemen ermöglichen. Digitale Geschäftsmodelle funktionieren nur mit einer performanten, flächendeckend verfügbaren digitalen Infrastruktur. Ein wegweisender Schritt ist hierbei die weitere Vergabe von 5G Frequenzen an die Netzbetreiber.

Autor

Stefan Roßbach

Er ist Mitbegründer der TME und verantwortet als Partner den Bereich Digital Banking.

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