Interview mit Björn Döhrer, vwd group - TME AG - The Transformation Management Experts
TME Experteninterview

Interview mit Björn Döhrer, vwd group

teilen

Fassen Sie kurz zusammen, welche Idee hinter Ihrem Geschäftsmodell steht.

Wir verstehen uns als Partner der Investmentindustrie. Mit unseren Lösungen unterstützen wir die gesamte Wertschöpfungskette angefangen von der Produkterstellung über die Vertriebssteuerung, die Beratung und das Portfoliomanagement bis hin zum Endkundenvertrieb. Wir haben alle benötigten Daten und Funktionalitäten im Haus und sind somit ein „One-Stop-Shop“. Unser Lösungsangebot ist jedoch modular aufgebaut, d.h. unsere Kunden können sehr flexibel nach Bedarf bedient werden – sei es durch die Bereitstellung einer Komplettlösung oder ausgewählter Services.

Welche expliziten Vorteile / Mehrwerte bieten Sie Ihren Kunden?

Aufgrund unserer Position als „One-Stop-Shop“ kennen wir den Gesamtprozess und die jeweiligen Herausforderungen unserer Kunden sehr genau und können diese Erfahrungswerte direkt in unsere Produkte oder im Rahmen von Implementierungsprojekten einfließen lassen. Unsere Stärke ist die weitreichende Expertise, die in den umfangreichen Funktionalitäten innerhalb unserer Produkte sichtbar wird. Die Vorteile für unsere Kunden liegen auf der Hand: Sie arbeiten mit einem Lösungsanbieter, der umfangreiche Anforderungen, wie beispielsweise aktuelle regulatorische Pflichten aus MiFID II oder PRIIPs, innerhalb der bestehenden Anwendungen abbilden kann.

Wie wird sich der Bereich Digital Wealth Management in den kommenden 3 – 5 Jahren entwickeln?

Unserer Einschätzung nach ist die Initialphase mit vielen, zumeist wenig erfolgreichen Versuchen im Bereich des vollautomatisierten Wealth Managements weitgehend abgeschlossen. Das letzte Jahr war darüber hinaus geprägt von der Umsetzung der regulatorischen Anforderungen. Wir sind der Überzeugung, dass wir in den nächsten Jahren mehr eine schrittweise Digitalisierung der Anlageberatung erleben werden, als dass sich vollautomatisierte Robo-Advice-Lösungen nachhaltig durchsetzen. Das heißt, bestehende und etablierte Backendsysteme, beispielsweise für das Portfoliomanagement, werden nicht ersetzt, sondern hierauf aufbauende Module für den Endkunden, wie beispielsweise unser Customer Account Service, stark nachgefragt werden.  

Welche Bedeutung werden persönliche Beratung bzw. Filialen dabei zukünftig noch haben?

Wir betrachten die Verwaltung und Beratung von Wertpapieren – unabhängig von der Form der Beratung – weiterhin als Kernkompetenz unserer Kunden. Schließlich sind Banken und Vermögensverwalter die Experten, wenn es um Wertpapiere geht. Sie verfügen über weitreichende Erfahrung, die nötigen Kapazitäten für umfangreichen Research und stehen für den persönlichen Kontakt zum Investor. Warum sollte sich das ändern? Im Änderungsprozess ist sicherlich die Art der Kommunikation und Informationsübermittlung zwischen Berater und Investor. Hier spielt die Digitalisierung natürlich eine große Rolle.  

Was sind die größten Herausforderungen für WealthTechs allgemein und speziell für die vwd Group?

Die zentrale Herausforderung ist, unsere Kunden in einem Markt, der von vielen Einflussfaktoren –  insbesondere Digitalisierung und Regulierung – geprägt ist, mitzunehmen. Bestehende Geschäftsmodelle müssen hinterfragt werden, aber eine „one size fits all“-Lösung ist nur für wenige Kunden eine wirkliche Alternative. Aus diesem Grund bieten wir unsere Lösungen modular und servicebasiert an. Jeder Kunde kann somit entscheiden, was er benötigt und ausprobieren in welcher Tiefe er ein Serviceangebot nutzen will. Dieser Ansatz ist auch für uns eine Herausforderung, schließlich bieten wir wie beschrieben One-Stop-Solutions, müssen diese aber gleichzeitig modular halten, um auf die verschiedenen Kundenbedürfnisse einzugehen.  

CPO vwd group
Bjorn Dohrer_vwd
Kurzüberblick

Geschäftsmodell
vwd group