Interview mit Dr. Adrian Zymolka, Axioma - TME AG - The Transformation Management Experts
TME Experteninterview

Interview mit Dr. Adrian Zymolka, Axioma

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Fassen Sie kurz zusammen, welche Idee hinter Ihrem Geschäftsmodell steht.

Axioma ist ein Anbieter von Portfolio- und Risikomanagement-Lösungen für die Investmentbranche. Einsatz neuester Technologien, eine ausgeprägte Innovations-Kultur sowie herausragender Kundenservice sind unsere Markenzeichen. Durch unsere klassenbesten Software- und Daten-Produkte sowie problemlösungsorientierte Herangehensweise arbeiten führende Finanzinstitute bevorzugt mit uns beim zukunftssicheren Aufbau ihrer Infrastruktur und den Systemen der nächsten Generation zusammen und verbessern dabei ihre Performance und Kosteneffizienz. Die Idee hinter unserem Geschäftsmodell besteht darin, unsere hochflexiblen und skalierbaren Kernsysteme in Partnerschaft mit unserem Kunden zum bestmöglichen Nutzen für die exakten Bedürfnisse einzusetzen – als komplette Anwendungen oder durch nahtlose Integration in die Kundenumgebung mittels unserer APIs und RESTful Webservices.

Welche expliziten Vorteile / Mehrwerte bieten Sie Ihren Kunden?

Kunden haben üblicherweise sehr genau spezifizierte Anforderungen. Für nicht oder wenig standardisierte und neuartige Aufgaben – wie insbesondere im entstehenden Digital Wealth Management zu erwarten – sind selten passgenaue Lösungen im Markt verfügbar. Oft werden dann Abstriche im Anforderungsprofil in Kauf genommen, um sich den Möglichkeiten verfügbarer Werkzeuge anzupassen. Von diesem Ansatz sind wir nicht überzeugt – stattdessen vertreten wir die Ansicht, dass sich Lösungen exakt den Kundenanforderungen anpassen lassen und zur genauen Umsetzung der gewünschten Abläufe und Systemlandschaften dienen sollten. Zu diesem Zweck entwickeln wir sehr flexible Kernsysteme und Datenangebote mit weitem Anwendungsspektrum. Allerdings hat hohe Flexibilität oft die Kehrseite komplexerer Einsetzbarkeit. Hier bietet unsere partnerschaftliche Zusammenarbeit weiteren Mehrwert für unsere Kunden: die Bereitstellung von Expertenteams zur gemeinsamen Umsetzung von Projekten mit Kunden und deren Beratern hat sich als sehr effektiver Ansatz erwiesen, um perfekte Lösungen für die exakten Ansprüche der Kunden zu erreichen.

Wie wird sich der Bereich Digital Wealth Management in den kommenden 3 – 5 Jahren entwickeln?

Zweifellos wird Digital Wealth Management weiter wachsen. Durch den Einsatz moderner Technologien werden sowohl etablierte Vermögensverwalter als auch zahlreiche FinTech-Gründungen neue Digital-Wealth-Management-Lösungen hervorbringen, wie z.B. Robo Advisors, die die Zugangsbarrieren für Kunden mit kleineren Vermögen senken und dadurch die Reichweite der Investmentberatung erweitern. In den nächsten 3 – 5 Jahren ist daher mit stark wachsenden Kundengruppen sowie neuen Herangehensweisen zu rechnen, mit denen auf kosteneffiziente und skalierbare Art die Vermögensberatung an individuelle Anforderungen angepasst werden kann. Gleichzeitig werden die Kunden erfahrener und anspruchsvoller – Vermögensberater werden daher hochentwickelte und passgenaue Lösungen brauchen, um die steigenden Kundenerwartungen zu erfüllen.

Welche Bedeutung werden persönliche Beratung bzw. Filialen dabei zukünftig noch haben? 

Digital Wealth Manager werden kontinuierlich vielfältigere Angebote für eine wachsende Nutzerlandschaft bereitstellen. Kosteneffiziente Skalierbarkeit solcher Angebote wird oftmals eine Form der Beratungsstandardisierung in Rahmen von Plattformen mit begrenzter Parameterflexibilität erfordern. Solche Angebote werden nicht in der Lage sein, sich allen Kundensituationen adäquat anzupassen – speziell dann, wenn „out-of-the-box“-Lösungen erforderlich sind. Daher werden persönliche Beratung und Expertengespräche weiterhin von Bedeutung sein – insbesondere für sehr vermögende Klientel, die sich vermutlich nicht ausschließlich auf automatisierte Beratungssysteme verlassen wird. Zudem werden viele Kunden eine zusätzliche Expertenmeinung bzw. -prüfung bei wichtigen und weitreichenden Entscheidungen bevorzugen. Und schließlich wird auch die entstehende, weitläufige Angebotslandschaft im Bereich Digital Wealth Management gut informierte Berater zum Vergleich und Auswahl passender Lösungen für individuelle Kunden erfordern.
Eine ähnliche Entwicklung hat sich übrigens im Bereich Digital Banking bereits abgespielt. Die Entstehung von Online-Banken und -Angeboten sowie die Verbreitung von Geldautomaten hat den Bedarf an Filialen und persönlicher Betreuung verringert, aber nicht ersetzt.

Was sind die größten Herausforderungen für WealthTechs allgemein und speziell für Axioma?

Mit der Erwartung wachsender Kundengruppen werden WealthTechs sorgfältig ihre Zielmärkte definieren und dafür passend zugeschnittene und sich ausreichend abgrenzende Angebote entwickeln müssen. Das bedingt ferner den umsichtigen Einsatz passender Kerntechnologien sowie eine feine Balance zwischen dem gewählten Automatisierungsgrad und einer ergänzenden persönlichen Kundenbetreuung in skalierbarer Art.
Axioma ist hervorragend aufgestellt, um beste Funktionalitätskomponenten als Bausteine für die entstehenden WealthTech-Angebotsplattformen anzubieten. Unsere hochflexiblen Kernsysteme können an alle möglichen Anforderungen angepasst werden. Digital Wealth Management wird sich gleichzeitig aber auch in verschiedensten Jurisdiktionen mit ihren individuellen regulatorischen Anforderungen, Steuersystemen und anderen regionalen Spezifika entwickeln. Die größte Herausforderung für Axioma besteht daher in der Abstimmung der Systemmöglichkeiten mit diesen diversen Anforderungsprofilen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: steuerberücksichtigendes Portfoliomanagement ist eine gängige Anforderung in der Vermögensverwaltung. Ein effektiver Einsatz leistungsfähiger Portfoliooptimierung wird allerdings eine geeignete Abstraktion von weniger relevanten Steuerregeln und -ausnahmen erfordern, um nutzbringend in der digitalen Vermögensberatung einsetzbar zu sein.

Managing Director Axioma Deutschland GmbH
Kurzüberblick

Geschäftsmodell
Axioma