TME Experteninterview

Interview mit Jörg Diewald, solarisBank

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Herr Diewald, bitte fassen Sie einmal kurz zusammen welche Idee hinter dem Geschäftsmodell der solarisBank steht.

Die solarisBank ist eine Technologie-Firma mit einer Vollbanklizenz und wir ermöglichen unseren Partnern Bankdienstleistungen anzubieten, ohne dass sie selbst Bank werden müssen. Sie sind demnach befreit von irgendwelchen regulatorischen oder lizenzorientierten Themen. Wir selbst gehen nicht in den Endmarkt, wir haben immer Partner, welche über den Endkundenkontakt und das kundenseitige Produkt verfügen. Unser Geschäftsmodell ist Banking-as-a-Service und wir glauben fest an die Idee des „contextual banking“ – das heißt, dass Banking sich immer mehr in übergeordnete Prozesse einbetten wird und nicht als eigenständiges Produkt genutzt wird. Genau das bilden wir mit unseren Partnern ab.

Wie wird sich die deutsche Bankenlandschaft in den nächsten 3-5 Jahren aus Ihrer Sicht entwickeln und welche Veränderungen hat dies auf die solarisBank?

Zunächst glaube ich, dass die deutsche Bankenlandschaft insgesamt vor großen Herausforderungen steht, denn Banking wird weiterhin immer mobiler und digitaler werden. Banking löst sich bereits stark von dem stationären Punkt der Filiale und geht deutlich mehr in Richtung online. Viele Beispiele sehen wir bereits heute im Kredit-Bereich, in dem Konsumenten- aber auch Firmenkredite gänzlich digital, online und in kürzester Zeit vergeben werden können. Auch Payment-Services werden viel digitaler, viel mobiler und das wird für viele Banken eine sehr große Herausforderung werden. Diese Herausforderungen zeigen sich sowohl auf der IT-Seite, auf Grund vieler Legacy-Strukturen bei traditionellen Banken, aber auch auf der Kostenseite durch die Filialstrukturen, die eben nun mal vorhanden sind und die auch in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht von alleine weggehen werden.

Wie wird sich das auf die solarisBank insgesamt auswirken? Wir glauben, dass es jede Menge neue Wettbewerber geben wird, die in diesen Markt eintreten, die genau diese Probleme nicht haben. Für die solarisBank insgesamt sehen wir das sehr positiv, denn das ist unser Geschäftsmodell. Wir ermöglichen diesen neuen Wettbewerbern, Bankprodukte anzubieten, ohne dass sie selbst Bank werden müssen. Wettbewerb wird ganz klar von den großen Tech-Unternehmen kommen, die eben sehr technologieaffin sind, die ein großes Netzwerk haben und bereits heute schon über viele Millionen Kundenverbindungen verfügen. Sie haben folglich bereits den Marktzugang und wir ermöglichen ihnen, Bankdienstleistungen anzubieten, ohne selbst regulatorisch oder lizenzrechtlich in Erscheinung treten zu müssen.

Am 14. 09.2019 tritt die neue Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 in Kraft. Wie schätzen Sie die Vorbereitungen der Banken ein und wie hat sich die solarisBank auf diese Einführung vorbereitet??

Es ist sicherlich Vieles unterschätzt worden, von dem was tatsächlich zu tun ist. Es gibt sehr viele Einzellösungen, aber es gibt keinen einheitlichen PSD2 Standard. Wie es aktuell aussieht, wird es am Ende des Tages sehr fragmentiert zur Verfügung stehen.

Wir haben uns natürlich genauso auf die PSD2-Richtlinie vorbereitet und werden ready sein. Wir waren von Anfang an ein großer Freund der Idee der PSD2: sie rückt den Kunden in den Fokus und öffnet das Banking – was wir mit unserer Idee des Banking-as-a-Service genauso vorantreiben.

TME Interview mit Jörg Diewald

CCO solarisbank

Jörg Diewald im Gespräch mit Stefan Steinhoff (Partner TME)