Interview mit Ralf Heim, Fincite - TME AG - The Transformation Management Experts
TME Experteninterview

Interview mit Ralf Heim, Fincite

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Fassen Sie kurz zusammen, welche Idee hinter Ihrem Geschäftsmodell steht.

Fincite bietet Banken, Versicherungen und Asset Management den technischen Backbone für eine neue Generation vernetzter, digitaler Wealth-Management-Applikationen.

Unsere Engine verzahnt die Finanzen von Endkunden über intelligente Algorithmen mit Finanzmarkt- und alternativen Daten sowie mit den bankeigenen Anlagestrategien. Diese Engine bieten wir als Software as a Service auf deren Grundlage wir gemeinsam mit unseren Kunden Lösungen entwickeln.

In unserem Segment des Digitalen Asset & Wealth Managements soll Fincite zum Technologieführer in Europa wachsen.

Welche expliziten Vorteile / Mehrwerte bieten Sie Ihren Kunden?

Unsere digitale Asset & Wealth Management Software hat 3 Kernkompetenzen:

  • Die Vermögenswerte des Kunden automatisiert zu aggregieren
  • Die Analyse der heutigen Vermögenslage mit Algorithmen und Marktdaten
  • Die Umsetzung einer Anlagestrategie auf Basis der individuellen Parameter und Produkte der Bank

Auf dieser Basis können sich Banken, Versicherer und Asset Manager Lösungen zusammenstellen, die ihnen helfen:

  • Neue Kunden zu gewinnen
  • Ihre Effizienz in der Vermögensanalyse, Anlageberatung oder Portfolioverwaltung zu erhöhen
  • Sich für den Kunden wahrnehmbar zu differenzieren

Wie wird sich der Bereich Digital Wealth Management in den kommenden 3 – 5 Jahren entwickeln?

Wir glauben an 7 Trends:

Der Markt wächst weiter. Jede Bank baut einen digitalen Channel auf.

Der Wettbewerb nimmt zu. Digitale Angebote sind vergleichbarer und werden verglichen. Erste Vergleichsportale für Robo Advice sind bereits am Markt. Technologie treibt Differenzierung.

Vermögensaggregation wird die Basis. Digitale Dienste werden mehr und mehr die bestehende finanzielle Situation umfassen (Konten, Depots, Immobilien, Pensions).

Algos übernehmen die Analyse. Algos können die Vermögenslage eines Kunden schnell, in Echtzeit und automatisiert erfassen und laufend beobachten.

Hybrid als Premium. Die hybride Beratung wird ein Premiumprodukt. Niedrige Anlagepotenziale werden automatisiert bedient. Höhere werden in eine Beratung überführt.

Neue Asset Klassen erhalten Einzug. Damit meinen wir Alternativ Investments und New Asset Classes: Die Digitalisierung ermöglicht neue Asset-Klassen für Anleger. Von P2P-Krediten bis hin zu ICO werden Investments vielfältiger.

Marktanteile werden „geklaut“. Wenn Bank A das Depot von Bank B auf Kundenwunsch ganz einfach hinterfragen und Feedback geben kann (z. B. Bank Bs Strategie ist zu riskant, zu wenig Performance, die Produkte zu teuer), werden sich Marktanteile verschieben. Wo die Bankverbindung heute liegt wird zunehmend sekundär.

Welche Bedeutung werden persönliche Beratung bzw. Filialen dabei zukünftig noch haben?

Eine große. Die Vielzahl an Daten ermöglicht eine viel gezieltere Beratung. Der Berater wird einen höheren Return on Invest pro Gespräch haben.

Berater werden von den Echtzeit-Daten über den Kunden profitieren. So sieht der Berater z. B. alle Kunden, deren Portfolio eine gewisse Wertentwicklung hatte, die ein besonderes Exposure haben (z. B. vor dem Investment Office warnt) oder bei denen sich der Hauspreis stark entwickelt hat. Diese Regeln kann sich der Berater nach eigenen Vorlieben legen oder als Vorschläge generieren lassen.

Was sind die größten Herausforderungen für WealthTechs allgemein und speziell für Fincite?

Eine Technologie zu entwickeln, die Brücken zwischen neuer und alter Welt baut. 

Brücken zwischen alten (Legacy) Technologien in Banken und modernen Datenschnittstellen und Algorithmen. Jede Bank hat zudem ihre eigene IT-Architektur und ihre eigenen Investmentprozesse und -strategien.

Zudem haben wir Core von Beginn an so gebaut, dass sie diverse Anwendungsfälle abdeckt. Die selbe Software wird für klassische Geldanlage, Depotanalysen, Retirement Planning und Private Banking eingesetzt. Um „General Purpose“ mit schneller Implementierung zu verbinden, haben wir die Software modular aufgebaut und auch viele Standard-Konnektoren in die Banken vorgebaut (z. B. in gängige Abwicklungs- oder CRM-Systeme).

Man muss 1.000 Dinge beachten. Ich denke, dies gelingt uns sehr gut. Es hat nur 3-4x mehr Entwicklungszeit gebraucht als geplant. Das hatten wir uns trotz jahrelanger Erfahrung mit Enterprise Software viel einfacher vorgestellt.

Co-CEO, Fincite
Ralf Heim, CEO Fincite
Kurzüberblick

Geschäftsmodell
Fincite