Whitepaper

Mehr digitaler Wettbewerb bei Banken und Finanzdienstleistern durch PSD2

Wichtige Details zur Kontoschnittstelle lassen noch auf sich warten

Am 12. Januar 2016 trat die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) in Kraft. Ein Jahr ­später plant die EBA (European Banking Authority) nun Anfang 2017 mit den „Regulatory ­Technical ­Standards on strong customer authentication and secure communication under PSD2“ – kurz RTS, die daraus abzuleitenden Anforderungen an eine technische Schnittstelle nachzureichen. Der ­digitale Kontozugriff durch Dritte soll so zukünftig geregelt werden. Derzeit bestehen jedoch in vielen Punkten noch Unklarheiten.

Whitepaper-Inhalte - das erwartet Sie:

TME Whitepaper_PSD2

Kurzüberblick

Whitepaper-Inhalte

Warum ist ein Standard überhaupt notwendig?

Einige Anbieter ermöglichen bereits heute den Zugriff auf das Online-Banking des Kunden in dessen Auftrag. Jedoch gibt es hier immer wieder Diskussionen über Sicherheit, Haftung und Umfang des Zugriffs. Zudem versuchen einige Banken dies zu unterbinden. Das soll sich nun ändern. Der Gesetzgeber reguliert nach Inkrafttreten Art und Umfang des Zugriffs und verpflichtet Banken zukünftig auf europäischer Ebene den Dritten diese „virtuelle Tür“ zum Online Banking über eine technische Schnittstelle zu öffnen, wenn diese Dritte durch den Kunden dazu bemächtigt wurden.

Um welche Bankdienstleistungen handelt es sich dabei genau?

Die EBA unterschiedet hier grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Diensten für die sich ein Dritter zertifizieren lassen kann:

  • Kontoinformationsdienst
  • Zahlungsauslösedienst
  • Deckungsabfragedienst

Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch viele Fragen offen

Die EBA hat in einer mehrmonatigen Konsultationsphase Marktteilnehmer aufgefordert, den Entwurf der RTS zu kommentieren. Im Ergebnis zeigt sich, dass verschiedenste Punkte im Konsultationspapier noch sehr viel Interpretationsspielraum bieten. Dies gilt es nun in den nächsten Wochen aufzulösen.

Offene Fragen sind u. a.:

  • Wie gestaltet sich der Zugriff auf das Online-Konto genau?
  • Wird Screen Scraping zukünftig noch möglich sein?
  • Wird es eine europaweit einheitliche Schnittstellen-Lösung geben oder kocht jedes kontoführende Institut, jedes Mitgliedsland, jeder Bankenverband sein eigenes Süppchen?

Ausblick – wie sieht das digitale Banking der Zukunft aus?

Verkommen kontoführende Institute zukünftig nun zu reinen Datenlieferanten und verlieren den Kontakt zu ihren Kunden über das eigene Online Banking, die eigenen Kanäle? Nicht zwingend. Neben den regulatorischen Anforderungen zur Bereitstellung eigener Kontodaten bietet die PSD2 natürlich auch Chancen, die es nun zu nutzen gilt. Es besteht z. B. die Möglichkeit analog die Umsatzdaten von Fremdbankkonten in die eigenen Prozesse und Dienste zu integrieren. So kann z. B. bei der Online-Kredit-Vergabe an einen Neukunden mit Gehaltskonto bei einer Fremdbank durch Zugriff auf Kontoumsätze der Kreditentscheidungsprozess maßgeblich optimiert werden.

Kostenloser Download

Weitere Publikationen

TME Whitepaper

Sie haben Interesse an weiteren spannenden Themen? 
Besuchen Sie unsere Publikationsseite mit unseren kostenlosen Whitepapers.